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Versicherungen für Kinder — welche sind sinnvoll?

Jonas Schaller

Jonas Schaller · Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK) · aktualisiert am 17. September 2026

Kurz gesagt: Pflicht ist für Kinder nur die Krankenversicherung. Sinnvoll sind eine Familien-Haftpflicht, ein Schutz für den Fall einer Invalidität und je nach Lage eine Zahn- oder Krankenzusatzversicherung. Die wichtigste Absicherung für Kinder ist aber die der Eltern: Berufsunfähigkeit und Risikolebensversicherung.

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💡 Wichtige Infos auf einen Blick

  • Pflicht: Krankenversicherung, gesetzlich über die Familienversicherung oder privat.
  • Kinder von Beamten: Beihilfe plus private Krankenversicherung für den Rest.
  • Sinnvoll: Haftpflicht mit Schutz bei deliktunfähigen Kindern.
  • Sinnvoll: Kinderinvaliditäts- oder Unfallversicherung, später eine BU für Schüler.
  • Je nach Lage: Zahnzusatz vor der Zahnspange, Krankenhauszusatz.
  • Am wichtigsten: die Absicherung der Eltern.

👉 So solltest du vorgehen

  1. Zuerst die Eltern absichern: Arbeitskraft und Todesfall.
  2. Dann Krankenversicherung klären und die Haftpflicht auf Familie umstellen.
  3. Erst danach über Invaliditätsschutz, Zusatzversicherungen und Sparen für das Kind nachdenken.
Inhaltsverzeichnis ▾
  1. Welche Versicherungen sind für Kinder Pflicht?
  2. Wie werden Kinder von Beamten versichert?
  3. Brauchen Kinder eine Haftpflichtversicherung?
  4. Wie sichert man Kinder gegen Invalidität ab?
  5. Lohnen sich Zahn- und Krankenzusatzversicherungen für Kinder?
  6. Wie spart man sinnvoll für Kinder?
  7. Welche Versicherungen brauchen Eltern?
  8. Welche Versicherungen für Kinder sind eher unnötig?
  9. Was ändert sich, wenn das Kind älter wird?
  10. Fazit: Welche Versicherungen brauchen Kinder wirklich?

Welche Versicherungen sind für Kinder Pflicht?

Nur eine: die Krankenversicherung. Wie sie aussieht, hängt davon ab, wie die Eltern versichert sind.

Beide Eltern gesetzlich versichert

Das Kind ist in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert.

Ein Elternteil privat versichert

Bei verheirateten Eltern kann die Familienversicherung ausgeschlossen sein, wenn der privat versicherte Elternteil mehr verdient und über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Dann muss das Kind privat oder freiwillig gesetzlich versichert werden. Die Grenze wird jährlich neu festgelegt.

Neugeborene in der PKV

Wird das Kind innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt angemeldet, nimmt die PKV es ohne Gesundheitsprüfung auf, wenn ein Elternteil dort schon lange genug versichert ist.

Wie werden Kinder von Beamten versichert?

Über Beihilfe und private Krankenversicherung. Der Dienstherr übernimmt einen großen Teil der Kosten, den Rest deckt ein Beihilfetarif.

Beihilfe für Kinder

Als Faustregel übernimmt die Beihilfe bei Kindern 80 % der Kosten, die PKV die übrigen 20 %. Die Details regeln Bund und Länder. Mehr: Beihilfe für Kinder

Gesetzlich ist oft teurer

Kinder von Beamten können nur in bestimmten Fällen in die Familienversicherung. Meist ist der Beihilfetarif günstig und leistungsstark.

Brauchen Kinder eine Haftpflichtversicherung?

Eine eigene nicht. Sie sind in der Familien-Haftpflicht der Eltern mitversichert. Wichtig ist, dass der Vertrag Schäden durch kleine Kinder abdeckt.

Das Problem der Deliktunfähigkeit

Kinder unter sieben Jahren haften nach dem Gesetz nicht, im Straßenverkehr in bestimmten Fällen bis zehn. Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, bleibt der Geschädigte auf dem Schaden sitzen.

Die Lösung im Vertrag

Gute Tarife zahlen trotzdem, bis zu einer vereinbarten Summe. So bleibt das Verhältnis zu Nachbarn und Freunden entspannt. Mehr: Private Haftpflichtversicherung

Wie lange Kinder mitversichert sind

Meist bis zum Ende der ersten Ausbildung oder eines direkt anschließenden Studiums. Danach braucht es eine eigene Haftpflicht.

Wie sichert man Kinder gegen Invalidität ab?

Wird ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft beeinträchtigt, fehlt ihm ein Leben lang Einkommen. Die staatliche Absicherung ist dafür sehr gering.

Kinderinvaliditätsversicherung

Zahlt bei Invalidität durch Krankheit und Unfall, meist als Rente oder Einmalbetrag. Der umfassendste Schutz, aber mit Gesundheitsfragen und teurer.

Unfallversicherung

Günstiger, zahlt aber nur bei Unfällen. Kinder sind nur in Kita und Schule gesetzlich unfallversichert, nicht in der Freizeit. Mehr: Private Unfallversicherung

BU für Schüler und Grundfähigkeit

Ab einem gewissen Alter lässt sich eine BU abschließen, solange das Kind gesund ist. Die Gesundheitsfragen sind dann am einfachsten zu beantworten. Mehr: BU für Schüler

💡 Tipp: Gesundheitsfragen gelten auch für Kinder. Wir klären die Gesundheitsfragen vor jedem Antrag gemeinsam und in Ruhe, anhand der Krankenakte, auch der Kinderarzt-Unterlagen.

Lohnen sich Zahn- und Krankenzusatzversicherungen für Kinder?

Manchmal. Die Kasse zahlt für Kinder schon viel, aber nicht alles.

Zahnzusatz vor der Zahnspange

Die gesetzliche Kasse zahlt Kieferorthopädie nur ab einem bestimmten Schweregrad. Leichtere Fehlstellungen oder hochwertigere Behandlungen zahlen Eltern selbst. Wichtig: abschließen, bevor der Zahnarzt eine Behandlung empfiehlt. Mehr: Zahnzusatzversicherung

Krankenhauszusatz

Einbettzimmer und Chefarzt, oft mit Unterbringung eines Elternteils. Schön, aber kein Muss.

Ambulante Zusatzleistungen

Brille, Heilpraktiker, Vorsorgeuntersuchungen. Eher Komfort als Existenzschutz.

Wie spart man sinnvoll für Kinder?

Sparen ist keine Versicherung. Trotzdem fragen fast alle Eltern danach, und es lohnt, früh anzufangen.

Flexibel bleiben

Führerschein, Ausbildung, erste Wohnung. Das Geld sollte verfügbar sein, wenn es gebraucht wird.

Langfristig anlegen

Für lange Zeiträume kommen fondsgebundene Lösungen infrage. Mehr: Kindervorsorge

Frühstart-Rente

Die Frühstart-Rente ist geplant: Laut Regierungsentwurf vom August 2026 soll der Staat ab 2027 für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 € in ein Vorsorgedepot einzahlen. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen, Änderungen sind möglich.

Welche Versicherungen brauchen Eltern?

Das, was Kinder am meisten schützt, schließen die Eltern für sich selbst ab.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Fällt das Einkommen eines Elternteils weg, weil er krank wird, trifft das die ganze Familie. Eine BU ersetzt dann einen großen Teil des Einkommens.

Risikolebensversicherung

Stirbt ein Elternteil, sichert sie Wohnung, Alltag und Ausbildung der Kinder. Mehr: Risikolebensversicherung

Nachversicherung nutzen

Die Geburt eines Kindes ist ein Anlass, bestehende Verträge ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Fristen beachten.

Welche Versicherungen für Kinder sind eher unnötig?

Nicht alles, was für Kinder angeboten wird, ist sinnvoll.

  • Eigene Haftpflicht für das Kind, wenn die Familien-Haftpflicht schon da ist.
  • Handy- oder Brillenversicherungen: meist teuer im Verhältnis zum Schaden.
  • Kapitallebensversicherungen als Ausbildungsversicherung: Sparen und Absichern lieber trennen.
  • Unfallversicherung mit vielen Kleinleistungen statt hoher Invaliditätssumme.

Was ändert sich, wenn das Kind älter wird?

Der Schutz, der im Kindergarten passt, passt mit 16 oder 20 nicht mehr unbedingt. Ein paar Wendepunkte solltest du im Blick haben.

Schulalter

Der beste Zeitpunkt, über eine BU für Schüler nachzudenken, solange die Krankenakte noch dünn ist.

Führerschein und erstes Auto

Mit dem eigenen Auto kommt die Kfz-Haftpflicht dazu. Schäden mit dem Auto deckt die Privathaftpflicht nicht.

Ausbildung, Studium, Auszug

Irgendwann endet die Mitversicherung in der Familien-Haftpflicht, und das Kind braucht eigene Verträge. Mehr: Versicherungen für Berufsstarter

Verträge übergeben

Verträge, die Eltern für das Kind abgeschlossen haben, können oft später auf das Kind übertragen werden. Das sollte man rechtzeitig besprechen.

Fazit: Welche Versicherungen brauchen Kinder wirklich?

Krankenversicherung, Familien-Haftpflicht und ein Schutz gegen Invalidität. Alles andere nach Lage. Und zuerst die Eltern absichern.

So gehen wir vor

Wir schauen auf die Verträge der ganzen Familie, sagen ehrlich, was fehlt und was doppelt ist, und klären die Gesundheitsfragen vor jedem Antrag in Ruhe. Einen Überblick gibt der kostenlose Vorsorge-Check.

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Häufig gestellte Fragen: Versicherungen für Kinder

Welche Versicherungen braucht ein Baby?

Pflicht ist nur die Krankenversicherung. Danach sollten die Eltern ihre Haftpflicht auf Familie umstellen und ihre eigene Absicherung prüfen.

Ist mein Kind in meiner Haftpflicht mitversichert?

In Familientarifen ja. Achte darauf, dass Schäden durch deliktunfähige Kinder eingeschlossen sind.

Brauchen Kinder eine Unfallversicherung?

Sie kann sinnvoll sein, weil Kinder in der Freizeit nicht gesetzlich unfallversichert sind. Umfassender ist eine Kinderinvaliditätsversicherung.

Ab wann kann ein Kind eine BU abschließen?

Je nach Versicherer ab dem Schulalter. Je früher und gesünder, desto einfacher sind die Gesundheitsfragen.

Wann sollte man eine Zahnzusatzversicherung für Kinder abschließen?

Bevor der Zahnarzt eine kieferorthopädische Behandlung empfiehlt. Danach ist sie für diese Behandlung meist nicht mehr versicherbar.

Wie sind Kinder von Beamten krankenversichert?

Meist über Beihilfe und einen privaten Beihilfetarif. Als Faustregel trägt die Beihilfe bei Kindern 80 % der Kosten.

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