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Rentenlücke berechnen und schließen — Schritt für Schritt

Jonas Schaller

Jonas Schaller · Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK) · aktualisiert am 17. September 2026

Kurz gesagt: Die Rentenlücke ist der Unterschied zwischen dem, was du im Alter zum Leben brauchst, und dem, was tatsächlich ankommt. Als Bedarf rechnet man üblicherweise rund 80 % des heutigen Nettos. Die gesetzliche Rente liegt für die meisten deutlich darunter, zumal die Renteninformation einen Bruttowert zeigt. Die Lücke lässt sich in drei Schritten ausrechnen und mit Rentenversicherung, ETF-Sparplan oder einer Kombination schließen.

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💡 Wichtige Infos auf einen Blick

  • Rentenlücke = Bedarf im Alter minus das, was netto ankommt.
  • Faustregel für den Bedarf: rund 80 % des heutigen Nettos.
  • Die Renteninformation zeigt einen Bruttowert zu heutigen Werten.
  • Von der Rente gehen Kranken- und Pflegeversicherung und oft Steuern ab.
  • Selbstständige haben meist die größte Lücke, Beamte die kleinste.
  • Früher in Rente heißt 3,6 % Abschlag pro Jahr, dauerhaft.
  • Zeit ist der stärkste Hebel: Wer früher anfängt, braucht eine kleinere Rate.

👉 So solltest du vorgehen

  1. Hol deine letzte Renteninformation heraus und rechne den Nettowert grob aus.
  2. Berechne deine Lücke mit dem kostenlosen Vorsorge-Rechner.
  3. Prüf zuerst bestehende Verträge und den Arbeitgeberzuschuss, bevor du etwas Neues abschließt.
Inhaltsverzeichnis ▾
  1. Was ist die Rentenlücke?
  2. Wer hat die größte Rentenlücke?
  3. Wie lese ich meine Renteninformation richtig?
  4. Was bleibt von der Rente nach Steuern und Sozialabgaben?
  5. Wie viel Geld brauche ich im Alter?
  6. Wie berechne ich meine Rentenlücke in 3 Schritten?
  7. Gibt es einen Rechner für die Rentenlücke?
  8. Wie schließe ich meine Rentenlücke?
  9. Rentenversicherung, ETF-Sparplan oder beides?
  10. Welche Fehler machen die meisten bei der Rentenlücke?
  11. Fazit: Rentenlücke berechnen und schließen

Was ist die Rentenlücke?

Die Lücke zwischen dem Geld, das du im Alter brauchst, und dem, was dann auf dem Konto ankommt. Sie ist eingebaut, kein Unfall.

Warum es sie gibt

Die gesetzliche Rente war nie dafür gedacht, den Lebensstandard allein zu halten. Das Rentenniveau liegt bei 48 %: So viel bekommt ein Standardrentner mit 45 Beitragsjahren im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst, vor Steuern. Gesetzlich gesichert ist das bis 2031. Weil immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentner kommen, ist offen, wie es danach weitergeht.

Warum sie wachsen kann

Die Renteninformation rechnet in heutigen Werten, deine Ausgaben steigen aber mit den Preisen. Und selbst wenn Renten mit den Löhnen steigen, bleibt die gesetzliche Rente nur ein Teil deines letzten Einkommens.

Früher aufhören kostet

Wer vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, bekommt 3,6 % Abschlag pro Jahr. Und zwar dauerhaft, nicht nur bis zur Regelgrenze.

Die Bedingung, die jede Rechnung übersieht

Jede Rentenrechnung geht davon aus, dass du bis zur Rente einzahlen kannst. Fällt dein Einkommen aus, wird die Lücke größer. Deshalb gehört eine Berufsunfähigkeitsversicherung vor die Erhöhung der Sparrate.

Wer hat die größte Rentenlücke?

Das hängt stark davon ab, wie du arbeitest.

Mehr für Selbstständige und Beamte

Speziell für Selbstständige: Rürup-Rente. Beamte rechnen mit ihrer Pension, aber nicht ohne Abzüge.

GruppeLückeWarum
Selbstständigemeist am größtenoft keine gesetzliche Rente, Vorsorge komplett in eigener Hand
Angestelltemittel bis großgesetzliche Rente deckt nur einen Teil, je höher das Gehalt, desto größer der Abstand
Geringverdiener und Teilzeitgroßwenige Entgeltpunkte, kleine Rente
Beamtemeist am kleinstenPension bis maximal 71,75 % der ruhegehaltfähigen Bezüge, aber voll zu versteuern und mit eigener Krankenversicherung

Wie lese ich meine Renteninformation richtig?

Ab 27 Jahren und mindestens fünf Beitragsjahren bekommst du jedes Jahr eine Renteninformation. Sie ist die wichtigste Zahl für deine Rechnung, aber sie wird oft falsch gelesen.

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Was du bekämst, wenn du heute gar nicht mehr arbeiten könntest. Meist erschreckend wenig, gerade bei jungen Versicherten mit wenigen Beitragsjahren.

Bisher erreichte Anwartschaft

Was du bekämst, wenn ab heute keine Beiträge mehr dazukommen.

Hochgerechnete Rente

Was du bekämst, wenn du bis zur Regelaltersgrenze so weiterverdienst wie im Schnitt der letzten fünf Jahre. Das ist ein Bruttowert, zu heutigen Werten gerechnet.

💡 Tipp: Die Beispiele mit Rentenanpassungen auf der Renteninformation sehen höher aus, berücksichtigen aber nicht, dass die Preise in der Zeit auch steigen.

Was bleibt von der Rente nach Steuern und Sozialabgaben?

Spürbar weniger als auf der Renteninformation steht. Das ist der häufigste Grund für böse Überraschungen.

Kranken- und Pflegeversicherung

Gesetzlich versicherte Rentner zahlen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Grob geht davon gut ein Zehntel der Bruttorente ab.

Steuern

Ein Teil der Rente ist steuerpflichtig. Wie groß, hängt vom Jahr deines Rentenbeginns ab, der Anteil steigt mit jedem Jahrgang. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt von deinen gesamten Einkünften im Alter ab.

Privat versichert

Wer in der PKV bleibt, zahlt seinen Beitrag weiter, und der hängt nicht von der Rente ab. Ohne Zuschuss vom Arbeitgeber kann er im Alter ein großer Posten sein.

Wie viel Geld brauche ich im Alter?

Als Faustregel rund 80 % des heutigen Nettos. Das ist ein Startwert, keine feste Größe.

Was wegfällt

Fahrten zur Arbeit, Sparraten für die Rente, manchmal der Kredit fürs Haus.

Was dazukommt

Gesundheit, Zuzahlungen, Reisen, Hobbys, eventuell Pflege. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt im Pflegefall nur einen Teil der Kosten.

Ehrlich rechnen

Wer zur Miete wohnt, braucht eher mehr. Wer schuldenfrei im eigenen Haus lebt, eher weniger.

Kontoauszüge statt Schätzung

Nimm drei Monate Kontoauszüge und streich, was im Alter sicher wegfällt. Was übrig bleibt, ist ein besserer Bedarf als jede Faustregel.

Wie berechne ich meine Rentenlücke in 3 Schritten?

Mit einem Blatt Papier und deiner Renteninformation. Hier ein Beispiel mit runden Zahlen.

Was die Lücke in Kapital bedeutet

650 € im Monat über 20 Jahre Rentenbezug sind in Summe rund 156.000 €, ohne Verzinsung und Inflation gerechnet. Das zeigt die Größenordnung, nicht die genaue Sparsumme.

Inflation nicht vergessen

Die Lücke im Beispiel ist in heutigen Euro gerechnet. In 30 Jahren braucht es für dieselbe Kaufkraft deutlich mehr Euro.

Was du vom Bedarf abziehst

Betriebsrenten, Riester- und Rürup-Renten, private Renten, Mieteinnahmen. Aber jeweils mit ihrem Nettowert, denn auch dort gehen oft Steuern und Beiträge ab.

Beispiel mit vereinfachten Abzügen, in heutiger Kaufkraft. Andere Renten, Betriebsrenten oder Mieteinnahmen ziehst du vom Bedarf ab.

SchrittWas du rechnestBeispiel
1. BedarfHeutiges Netto mal 80 %2.500 € × 80 % = 2.000 €
2. Netto-RenteHochgerechnete Rente minus Kranken- und Pflegeversicherung und Steuern1.600 € brutto, grob rund 1.350 € netto
3. LückeBedarf minus Netto-Rente2.000 € − 1.350 € = 650 € im Monat

Gibt es einen Rechner für die Rentenlücke?

Ja. Du musst das nicht selbst auf Papier rechnen.

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Mit dem Vorsorge-Rechner rechnest du deine Lücke in zwei Minuten aus, mit Netto, Alter und Renteninformation.

Was ein Rechner nicht kann

Er kennt deine bestehenden Verträge nicht, weiß nichts über Erbschaften, Immobilien oder den Zuschuss deines Arbeitgebers. Das klären wir im Gespräch.

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Wie schließe ich meine Rentenlücke?

Mit Bausteinen in der richtigen Reihenfolge. Nicht mit dem erstbesten Vertrag.

1. Einkommen absichern

Eine Sparrate ist der erste Vertrag, der wegfällt, wenn das Einkommen ausbleibt. Deshalb zuerst die Arbeitskraft.

2. Betriebsrente mit Zuschuss

Der einzige Baustein, bei dem jemand anderes mitzahlt. Mehr: Betriebliche Altersvorsorge

3. Staatliche Förderung prüfen

Familien mit Kindern holen über Riester viel Förderung, Selbstständige und Gutverdiener über Rürup.

4. Frei sparen

Rentenversicherung oder ETF-Sparplan, je nach Rate, Zeithorizont und dem, was du sonst schon hast.

Rentenversicherung, ETF-Sparplan oder beides?

Die ehrliche Antwort hängt fast nur an der Höhe deiner Rate und deinem Zeithorizont.

ETF-Sparplan

Flexibel, günstig, jederzeit verfügbar. Unter etwa 50 € im Monat oft der ehrlichere Weg, weil die Kosten einer Police sonst zu viel auffressen.

Rentenversicherung

Lebenslange Rente, Steuervorteile im Alter, Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit möglich. Lohnt sich eher bei höheren Raten und langer Laufzeit.

Kombination

Viele fahren gut mit beidem: eine Rentenversicherung für die lebenslange Grundsicherung, ein Depot für Flexibilität. Die ETF-Rentenversicherung verbindet beides in einem Vertrag.

Welche Fehler machen die meisten bei der Rentenlücke?

Die Rechnung ist einfach. Die Fehler passieren an Stellen, die man leicht übersieht.

Warum die Rate wichtiger ist als das Produkt

Die häufigste Ursache für Verluste ist nicht die falsche Anlage, sondern eine zu hohe Rate, die früh wieder gekündigt wird. Lieber klein anfangen und regelmäßig erhöhen.

Einmal im Jahr nachrechnen

Die Renteninformation kommt jedes Jahr. Nimm sie als Anlass, die Lücke kurz neu zu rechnen und die Sparrate anzupassen.

  • Mit dem Bruttowert der Renteninformation rechnen statt mit dem Nettowert
  • Inflation ignorieren und in heutigen Euro planen
  • Mit einer Sparrate starten, die nach zwei Jahren wieder gekündigt wird
  • Arbeitskraft nicht absichern und damit die ganze Rechnung riskieren
  • Bestehende Verträge vergessen oder doppelt zählen
  • Zu lange warten, weil die Rente noch weit weg scheint

Fazit: Rentenlücke berechnen und schließen

Die Lücke ist bei fast allen da. Entscheidend ist, sie einmal ehrlich auszurechnen und dann in der richtigen Reihenfolge zu schließen.

Das Wichtigste

Renteninformation netto lesen, Bedarf realistisch ansetzen, Lücke berechnen. Dann erst Verträge. Und Zeit ist der Hebel, den man nicht nachkaufen kann.

Mein Angebot

Ich rechne deine Lücke mit dir aus und schaue, was deine bestehenden Verträge schon leisten. Wenn sie gut sind, sage ich dir das auch. Mehr: Altersvorsorge-Beratung

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Häufig gestellte Fragen: Rentenlücke berechnen

Wie hoch ist die durchschnittliche Rentenlücke?

Das ist sehr individuell. Wer als Angestellter mit rund 80 % des Nettos plant, landet mit der gesetzlichen Rente allein meist deutlich darunter.

Wie viel Prozent vom Netto brauche ich im Alter?

Als Faustregel rund 80 %. Wer zur Miete wohnt, eher mehr, wer schuldenfrei im eigenen Haus lebt, eher weniger.

Ist die Rente auf der Renteninformation brutto oder netto?

Brutto. Kranken- und Pflegeversicherung und gegebenenfalls Steuern gehen noch ab.

Wie schließe ich eine Rentenlücke von 500 € im Monat?

Mit einer Kombination aus bAV, geförderter Vorsorge und freiem Sparen. Wie hoch die Rate sein muss, hängt vor allem davon ab, wie viele Jahre du noch hast.

Haben Beamte eine Rentenlücke?

Meist eine kleinere. Die Pension ist voll zu versteuern und die Krankenversicherung zahlst du selbst, deshalb lohnt sich trotzdem ein Blick.

Ab wann sollte ich mich um die Rentenlücke kümmern?

So früh wie möglich. Fünf Jahre später anfangen heißt bei gleichem Ziel eine spürbar höhere Rate.

Muss ich die Inflation bei der Rentenlücke einrechnen?

Ja. Wer in heutigen Euro rechnet, sollte wissen, dass in 30 Jahren für dieselbe Kaufkraft deutlich mehr Geld nötig ist.

Reicht ein ETF-Sparplan, um die Rentenlücke zu schließen?

Das kann reichen, wenn du die Rate durchhältst und im Alter diszipliniert entnimmst. Eine lebenslange Rente liefert er allein aber nicht.

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