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Rürup-Rente / Basisrente sinnvoll? Vor- und Nachteile

Jonas Schaller

Jonas Schaller · Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK) · aktualisiert am 17. September 2026

Kurz gesagt: Die Rürup-Rente (offiziell Basisrente) ist eine private Rentenversicherung mit Steuervorteil: Deine Beiträge kannst du im Rahmen eines Höchstbetrags als Sonderausgaben absetzen, die Rente wird später versteuert. Dafür ist sie starr: kein Kündigen, kein Kapital, keine Vererbung außer an enge Hinterbliebene. Sinnvoll ist sie vor allem für Selbstständige und gut verdienende Angestellte mit hohem Steuersatz, die das Geld sicher bis zur Rente liegen lassen können.

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💡 Wichtige Infos auf einen Blick

  • Rürup gehört zur ersten Schicht der Altersvorsorge, wie die gesetzliche Rente.
  • Beiträge sind seit 2023 zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar, im Rahmen eines jährlich neu festgelegten Höchstbetrags.
  • Die Auszahlung ist nur als lebenslange monatliche Rente möglich, frühestens ab 62.
  • Die Rente wird nachgelagert versteuert, also erst im Alter.
  • Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht verkäuflich, nicht vererbbar außer über Hinterbliebenenschutz.
  • In der Ansparphase weitgehend vor Pfändung und bei Insolvenz geschützt.
  • Klassisch oder fondsgebunden möglich: Kosten und Anlage entscheiden über das Ergebnis.

👉 So solltest du vorgehen

  1. Prüf zuerst mit deiner Steuerberatung, wie viel Spielraum du beim Höchstbetrag noch hast.
  2. Hast du schon eine Rürup-Rente? Lass Kosten, Anlage und Rentenfaktor im kostenlosen Check prüfen.
  3. Erst dann entscheiden, ob und mit welchem Beitrag ein neuer Vertrag passt, lieber eine Rate, die du dauerhaft zahlst.
Inhaltsverzeichnis ▾
  1. Was ist die Rürup-Rente?
  2. Wie funktioniert die Rürup-Rente?
  3. Welchen Steuervorteil bringt die Rürup-Rente?
  4. Wie viel Steuern spare ich? Ein Beispiel
  5. Wer kann eine Rürup-Rente abschließen?
  6. Welche Vorteile hat die Rürup-Rente?
  7. Welche Nachteile hat die Rürup-Rente?
  8. Für wen ist die Rürup-Rente sinnvoll?
  9. Worauf solltest du beim Abschluss achten?
  10. Ich habe schon eine Rürup-Rente — was nun?
  11. Rürup, Riester oder private Rente — was ist der Unterschied?
  12. Fazit: Ist die Rürup-Rente sinnvoll?

Was ist die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente heißt offiziell Basisrente. Benannt ist sie nach dem Ökonomen Bert Rürup, eingeführt wurde sie 2005 — vor allem als Altersvorsorge für Selbstständige.

Die erste Schicht der Altersvorsorge

Altersvorsorge wird in drei Schichten eingeteilt. Rürup steht in der ersten Schicht, direkt neben der gesetzlichen Rente und den berufsständischen Versorgungswerken. Deshalb gelten ähnliche Regeln: steuerlich gefördert, aber streng gebunden.

Wofür sie gedacht ist

Das Geld soll im Alter als Rente ankommen, nicht vorher ausgegeben werden. Genau daraus folgen alle Vor- und Nachteile, die du unten liest.

Die anderen Schichten

Zur zweiten Schicht gehören Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge, zur dritten die private Rentenversicherung ohne besondere Förderung. Je weiter oben die Schicht, desto mehr Förderung und desto weniger Flexibilität.

Wie funktioniert die Rürup-Rente?

Du zahlst Beiträge ein, der Anbieter legt sie an, ab Rentenbeginn bekommst du eine lebenslange Rente. Klingt wie jede Rentenversicherung, die Unterschiede liegen im Kleingedruckten.

Beiträge flexibel

Du kannst monatlich zahlen oder einmal im Jahr eine Summe einzahlen. Viele Selbstständige zahlen am Jahresende, wenn sie wissen, wie das Jahr gelaufen ist.

Klassisch

Das Geld wird im Sicherungsvermögen des Versicherers angelegt. Planbar, aber mit wenig Rendite, weil die Anlage überwiegend in sicheren Papieren steckt.

Fondsgebunden

Das Geld fließt in Fonds oder ETFs. Mehr Chancen über lange Laufzeiten, dafür schwankt der Wert. Mehr dazu: Fondsgebundene Rentenversicherung

Rentenbeginn

Frühestens mit 62 (bei Verträgen ab 2012). Ausgezahlt wird dann monatlich, ein Leben lang. Details: Rürup-Rente Auszahlung

Welchen Steuervorteil bringt die Rürup-Rente?

Der Steuervorteil ist der Hauptgrund, warum es die Rürup-Rente gibt. Er ist groß, aber er ist kein Geschenk, sondern eine Verschiebung.

Beiträge als Sonderausgaben

Seit 2023 sind Beiträge zur Basisrente zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar. Das gilt im Rahmen eines Höchstbetrags, der sich am Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung orientiert und jährlich neu festgelegt wird. Für Verheiratete verdoppelt er sich.

Angestellte haben weniger Spielraum

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zählen in denselben Topf. Bei Angestellten wird der Anteil des Arbeitgebers abgezogen. Deshalb bleibt bei ihnen weniger Luft als bei Selbstständigen.

Nachgelagerte Besteuerung

Was du heute absetzt, versteuerst du im Alter. Der steuerpflichtige Anteil der Rente hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und steigt, bis Renten ganz versteuert werden. Mehr: Rürup-Rente und Steuern

💡 Tipp: Den genauen Spielraum für dein Jahr rechnet dir deine Steuerberatung oder das Finanzamt aus. Ich zeige dir das Prinzip, eine Steuerberatung im Einzelfall ersetze ich nicht.

Wie viel Steuern spare ich? Ein Beispiel

Ein vereinfachtes Beispiel, damit das Prinzip greifbar wird. Deine echten Zahlen hängen von Einkommen, Familienstand und dem freien Höchstbetrag ab.

Was das Beispiel zeigt

Je höher dein Steuersatz heute, desto stärker wirkt die Förderung. Wer wenig Steuern zahlt, hat von der Rürup-Rente wenig.

Was es nicht zeigt

Im Alter wird die Rente versteuert. Die Rechnung geht auf, wenn dein Steuersatz dann niedriger ist als heute, was bei den meisten der Fall ist, aber nicht garantiert.

Beispiel, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, freier Höchstbetrag vorausgesetzt. Keine Steuerberatung.

SchrittBeispiel (vereinfacht)
Beitrag zur Rürup-Rente im Jahr2.400 €
Persönlicher Grenzsteuersatz35 %
Steuerersparnis im Jahrrund 840 €
Echter Aufwand aus eigener Tascherund 1.560 €

Wer kann eine Rürup-Rente abschließen?

Jeder, der in Deutschland steuerpflichtig ist. Es gibt keine Berufsgruppe, die ausgeschlossen ist.

Ob es sich lohnt, ist eine andere Frage

Abschließen dürfen fast alle. Sinnvoll ist es für deutlich weniger. Dazu gleich mehr.

  • Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Rentenversicherung
  • Angestellte, auch wenn sie gesetzlich rentenversichert sind
  • Beamte, deren Pension den Höchstbetrag ebenfalls schmälert
  • Gesellschafter-Geschäftsführer
  • Menschen in berufsständischen Versorgungswerken

Welche Vorteile hat die Rürup-Rente?

Die Vorteile sind echt und für die richtige Person sehr stark.

Hohe Steuerersparnis

Gerade bei hohem Einkommen wirkt der Sonderausgabenabzug kräftig, und das jedes Jahr neu.

Lebenslange Rente

Das Geld geht nicht aus, egal wie alt du wirst. Das Langlebigkeitsrisiko trägt der Versicherer.

Geschützt in der Ansparphase

Das Vorsorgevermögen ist weitgehend vor Pfändung geschützt und fällt bei einer Insolvenz nicht einfach in die Masse. Für Selbstständige ein echtes Argument.

Flexible Beiträge

Du kannst Beiträge anpassen, aussetzen oder Sonderzahlungen leisten, je nach Vertrag.

Optional mit Absicherung

Berufsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenschutz lassen sich mit einbauen. Eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber meist flexibler, weil sie nicht an den Rentenvertrag gekoppelt ist.

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Welche Nachteile hat die Rürup-Rente?

Die Nachteile sind genauso echt. Wer sie vorher nicht kennt, ärgert sich später.

Nicht kündbar

Du kommst nicht an das Geld. Du kannst den Vertrag nur beitragsfrei stellen oder auf einen anderen Basisrentenvertrag übertragen. Das Geld bleibt bis zur Rente gebunden.

Keine Kapitalauszahlung

Kein Einmalbetrag zum Rentenbeginn, keine Teilauszahlung. Ausnahme: sehr kleine Renten können abgefunden werden.

Nicht vererbbar

Stirbst du, geht das Kapital nicht an Erben. Nur wenn Hinterbliebenenschutz vereinbart ist, bekommen Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder kindergeldberechtigte Kinder eine Rente.

Rente wird versteuert

Der Vorteil heute bedeutet Steuern später. Und je nach Krankenversicherung fallen auf die Rente Beiträge an.

Kosten

Wie bei jeder Rentenversicherung zählen Abschluss- und Verwaltungskosten. Bei einem Vertrag, aus dem du nicht herauskommst, wiegen hohe Kosten doppelt schwer.

Für wen ist die Rürup-Rente sinnvoll?

Die ehrliche Antwort: für eine kleinere Gruppe, als die Werbung vermuten lässt.

Selbstständige

Sie haben den größten Höchstbetrag frei, oft keine gesetzliche Rente und brauchen Schutz vor Pfändung. Für sie ist Rürup häufig ein zentraler Baustein, gerade wenn es kein Versorgungswerk gibt.

Gut verdienende Angestellte

Wer einen hohen Steuersatz hat und seine Rentenlücke schließen will, kann profitieren, wenn neben der gesetzlichen Rente noch Spielraum im Höchstbetrag ist.

Eher nicht

Wer wenig Steuern zahlt, das Geld vielleicht vorher braucht oder unbedingt vererben will, ist mit einem ETF-Sparplan oder einer privaten Rente meist besser dran.

Worauf solltest du beim Abschluss achten?

Bei einem Vertrag, aus dem du nicht mehr rauskommst, zählt jede Stellschraube doppelt.

Warum die Beitragshöhe so wichtig ist

Bei einem Vertrag ohne Ausstieg ist eine zu hohe Rate das größte Risiko. Wer nach drei Jahren beitragsfrei stellen muss, hat die Abschlusskosten bezahlt, aber wenig angespart.

Selbstständige: Einmalbeiträge nutzen

Wer schwankendes Einkommen hat, zahlt einen kleinen laufenden Beitrag und legt in guten Jahren mit Zuzahlungen nach. So bleibt der Steuereffekt, ohne dass du dich festlegst.

  • Kosten: Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten zusammen ansehen, nicht nur den Beitrag
  • Anlage: bei langer Laufzeit eher fondsgebunden mit breit gestreuten ETFs
  • Rentenfaktor: wie viel Rente pro 10.000 € Kapital, und ob er garantiert ist
  • Beitragsflexibilität: Pausen und Sonderzahlungen ohne Zusatzkosten
  • Hinterbliebenenschutz nur, wenn es wirklich Ehepartner oder Kinder gibt
  • Beitragshöhe realistisch: lieber etwas weniger und dafür durchgehend

💡 Tipp: Was der Rentenfaktor bedeutet und warum er so wichtig ist, steht hier: Rentenfaktor.

Ich habe schon eine Rürup-Rente — was nun?

Kündigen geht nicht. Aber schlecht laufen lassen muss man sie auch nicht.

Prüfen, was drinsteckt

Kosten, Anlage, Rentenfaktor und Beitragshöhe. Oft ist der Vertrag besser als gedacht, dann bleibt er, wie er ist.

Beitragsfrei stellen

Wenn das Geld knapp ist, kannst du die Zahlung stoppen. Das angesparte Kapital bleibt stehen und wird später verrentet.

Übertragen

Ein Wechsel ist nur auf einen anderen Basisrentenvertrag möglich. Das kostet Geld und lohnt sich selten. Wenn doch: Annahme des neuen Vertrags immer vor der Kündigung des alten.

Rürup, Riester oder private Rente — was ist der Unterschied?

Alle drei zahlen im Alter eine Rente. Aber Förderung, Flexibilität und Zielgruppe unterscheiden sich deutlich.

Die Kombination zählt

Die Frage ist selten „entweder oder“. Häufig ergänzt eine Rürup-Rente für den Steuereffekt eine flexible Vorsorge, auf die du im Notfall zugreifen kannst.

Reihenfolge

Erst die Arbeitskraft absichern, dann Arbeitgeberzuschuss mitnehmen, dann geförderte und freie Vorsorge verteilen. So bleibt die Vorsorge auch in schwierigen Jahren bezahlbar.

Vereinfachter Überblick. Die Details hängen vom einzelnen Vertrag ab.

Rürup-RenteRiester-RentePrivate Rente
FörderungSonderausgabenabzug bis zum HöchstbetragZulagen und Sonderausgabenabzugkeine in der Ansparphase
Für wen gedachtalle, vor allem SelbstständigeFörderberechtigte, vor allem Familienalle
Kündbarneinja, aber förderschädlichja
Kapitalauszahlungneinbis zu 30 % zu Rentenbeginnmeist möglich
Vererbbarnur an enge Hinterbliebeneeingeschränktja
Besteuerung der Rentenachgelagertnachgelagertnur der Ertragsanteil

Fazit: Ist die Rürup-Rente sinnvoll?

Für Selbstständige und gut verdienende Angestellte oft ja. Für alle anderen meistens nicht die erste Wahl.

Stärke

Starke Steuerersparnis, lebenslange Rente, Schutz vor Pfändung. Genau die richtigen Eigenschaften, wenn du Disziplin und Steuerlast mitbringst.

Schwäche

Starr, nicht vererbbar, keine Kapitalauszahlung. Wer Flexibilität braucht, kombiniert besser oder wählt einen anderen Weg.

Mein Rat

Erst prüfen, dann entscheiden: Höchstbetrag klären, bestehende Verträge ansehen, dann über einen neuen Vertrag reden. Und wenn dein Vertrag gut ist, sage ich dir das auch. Mehr: Altersvorsorge-Beratung

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Häufig gestellte Fragen: Rürup-Rente / Basisrente

Kann ich eine Rürup-Rente kündigen?

Nein. Du kannst sie nur beitragsfrei stellen oder auf einen anderen Basisrentenvertrag übertragen.

Was passiert mit der Rürup-Rente, wenn ich sterbe?

Ohne Hinterbliebenenschutz verfällt das Kapital. Mit Hinterbliebenenschutz bekommen Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder kindergeldberechtigte Kinder eine Rente.

Ab wann wird die Rürup-Rente ausgezahlt?

Frühestens ab 62 bei Verträgen seit 2012, bei älteren Verträgen ab 60. Immer als lebenslange monatliche Rente.

Wie viel kann ich in die Rürup-Rente einzahlen?

So viel du willst, steuerlich absetzbar ist aber nur ein Höchstbetrag, der jährlich neu festgelegt wird. Bei Angestellten zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rente mit hinein.

Lohnt sich die Rürup-Rente für Angestellte?

Manchmal, vor allem bei hohem Einkommen und freiem Höchstbetrag. Bei durchschnittlichem Einkommen sind bAV oder ein ETF-Sparplan oft passender.

Ist die Rürup-Rente sicher vor Pfändung?

In der Ansparphase ist sie weitgehend geschützt. Die genauen Grenzen hängen vom Einzelfall ab.

Muss ich auf die Rürup-Rente Krankenversicherung zahlen?

Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen darauf keine Beiträge. Freiwillig gesetzlich Versicherte schon.

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