PKV für Studierende — was die Befreiung wirklich bedeutet
Jonas Schaller · Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK) · aktualisiert am 17. September 2026
Kurz gesagt: Studierende sind in der Regel versicherungspflichtig in der gesetzlichen Kasse, können sich zu Studienbeginn aber davon befreien lassen. Die Befreiung gilt für das ganze Studium und lässt sich nicht widerrufen. Sinnvoll ist das vor allem für Kinder von Beamten und für alle, die später sicher privat versichert sein werden.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Solange es geht, ist die Familienversicherung über die Eltern oft die günstigste Lösung.
- Danach greift die studentische Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kasse.
- Die Befreiung muss zu Beginn der Versicherungspflicht beantragt werden, die Frist ist kurz.
- Die Befreiung bindet für die gesamte Studienzeit.
- Für Beamtenkinder mit Beihilfeanspruch ist die PKV oft günstig.
- Wer nach dem Studium angestellt unter der Einkommensgrenze arbeitet, wird wieder gesetzlich versichert.
Wie sind Studierende normalerweise versichert?
Es gibt drei Stufen, und die meisten durchlaufen sie der Reihe nach.
Familienversicherung
Sind deine Eltern gesetzlich versichert, bist du in der Regel bis 25 beitragsfrei mitversichert, solange dein eigenes Einkommen unter der Grenze bleibt.
Studentische Pflichtversicherung
Endet die Familienversicherung, wirst du in der gesetzlichen Kasse zum Studententarif pflichtversichert.
Privat über die Eltern
Sind deine Eltern Beamte, bist du meist schon privat versichert und bekommst über sie Beihilfe. Mehr: Beihilfe für Kinder
Wie funktioniert die Befreiung von der Versicherungspflicht?
Du beantragst sie bei der gesetzlichen Krankenkasse, und zwar kurz nach Beginn der Versicherungspflicht, also in der Regel zum Studienbeginn.
Frist
Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht gestellt werden. Danach ist die Tür zu.
Nachweis
Die Kasse verlangt den Nachweis einer privaten Krankenversicherung. Also erst den PKV-Vertrag sicher haben, dann befreien lassen.
Bindung
Die Befreiung gilt für das gesamte Studium und kann nicht widerrufen werden. Auch wenn du im dritten Semester merkst, dass es teurer ist als gedacht.
Für wen lohnt sich die PKV im Studium?
Für wenige, aber für die richtig.
- Kinder von Beamten mit Beihilfeanspruch, weil nur der Rest versichert werden muss
- Studierende, die sicher Beamte werden wollen, etwa im Lehramt
- Medizinstudierende, die später selbstständig oder angestellt über der Grenze arbeiten wollen
- Wer schon vor dem Studium privat versichert war und den Vertrag weiterführen will
💡 Tipp: Für viele Studierende ist die günstigste Lösung, gesetzlich zu bleiben und nur eine kleine Anwartschaft auf eine spätere PKV abzuschließen. Mehr: Anwartschaftsversicherung
Welche Fallen gibt es?
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Abschluss, sondern beim Übergang ins Berufsleben.
Kein Rückweg im Studium
Wer befreit ist, bleibt privat, auch wenn der Beitrag steigt oder die Beihilfe endet.
Ende der Beihilfe über die Eltern
Der Beihilfeanspruch über die Eltern endet, wenn kein Kindergeld mehr gezahlt wird. Dann brauchst du einen Tarif ohne Beihilfe, und der kostet deutlich mehr.
Berufseinstieg als Angestellter
Verdienst du nach dem Studium unter der Einkommensgrenze, wirst du wieder gesetzlich versichert. Die PKV kannst du dann als Anwartschaft ruhen lassen.
Warum ist der Abschluss im Studium trotzdem spannend?
Weil du jung und meist gesund bist. Beides entscheidet in der PKV über den Beitrag für Jahrzehnte.
Eintrittsalter
Je jünger beim Abschluss, desto mehr Zeit für Altersrückstellungen.
Gesundheitsfragen
Wir klären die Gesundheitsfragen vor jedem Antrag gemeinsam und in Ruhe, anhand der Krankenakte. Gerade bei einer Psychotherapie in der Schulzeit lohnt sich das. Mehr: PKV trotz Vorerkrankung
Du willst später Beamter werden?
Dann ist die PKV fast sicher dein Weg. Die Frage ist nur, wann du den Grundstein legst.
Anwartschaft oder Ausbildungstarif
Viele sichern sich im Studium über eine Anwartschaft oder einen Ausbildungstarif den heutigen Gesundheitszustand. Mehr: PKV für Beamte
Referendariat
Spätestens mit dem Referendariat wird es konkret. Mehr: Versicherungen im Referendariat
Fazit: PKV im Studium — nur mit Plan
Für Beamtenkinder und künftige Beamte ist die PKV im Studium oft sinnvoll. Für alle anderen ist gesetzlich bleiben, gegebenenfalls mit Anwartschaft, meist die sicherere Wahl. Entscheide erst, wenn klar ist, wie es nach dem Studium weitergeht. Mehr im Ratgeber Private Krankenversicherung.
Häufig gestellte Fragen: PKV für Studierende
Kann ich mich als Student privat versichern?
Ja, wenn du dich zu Beginn der Versicherungspflicht befreien lässt. Die Befreiung gilt dann für das ganze Studium.
Kann ich die Befreiung rückgängig machen?
Nein. Sie ist für die Dauer des Studiums bindend.
Wie lange bin ich über meine Eltern familienversichert?
In der Regel bis 25, solange dein eigenes Einkommen unter der Grenze bleibt.
Lohnt sich die PKV für Beamtenkinder im Studium?
Oft ja, solange Beihilfe über die Eltern gezahlt wird. Plane aber den Moment, in dem sie endet.
Was passiert nach dem Studium?
Wirst du Angestellter unter der Einkommensgrenze, bist du wieder gesetzlich versichert. Wirst du Beamter oder selbstständig, bleibst du privat.