Dienstunfähigkeitsversicherung: BU für Beamte (2026)
Jonas Schaller · Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK) · aktualisiert am 17. September 2026
Kurz gesagt: Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Klausel für Beamte: Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn dein Dienstherr dich wegen Dienstunfähigkeit entlässt oder in den Ruhestand versetzt. Wichtig ist sie vor allem am Anfang der Laufbahn, denn Beamte auf Widerruf und auf Probe bekommen bei Dienstunfähigkeit in der Regel kein Ruhegehalt. Und auch auf Lebenszeit ist die Pension in den ersten Dienstjahren oft niedrig.
💡 Wichtige Infos auf einen Blick
- Dienstunfähigkeit stellt der Dienstherr fest, nicht dein Arzt und nicht der Versicherer.
- Anwärter, Referendare und Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit in der Regel entlassen, ohne Ruhegehalt. Ausnahme Dienstunfall: Beamte auf Probe kommen dann in den Ruhestand, Beamte auf Widerruf bekommen einen Unterhaltsbeitrag.
- Ruhegehalt gibt es erst als Beamter auf Lebenszeit nach einer Wartezeit von fünf Jahren, anfangs meist nur die Mindestversorgung.
- Eine normale BU ohne DU-Klausel prüft selbst und kann anders entscheiden als dein Dienstherr.
- Die beste Klausel ist echt und vollständig: Der Versicherer folgt dem Dienstherrn, für alle Beamtenstatus.
- Polizei, Justizvollzug und Feuerwehr brauchen zusätzlich die spezielle Dienstunfähigkeit.
- Abschließen möglichst früh, idealerweise zum Start von Anwärterzeit oder Referendariat.
👉 So solltest du vorgehen
- Du hast schon eine BU? Lass im kostenlosen BU-Check prüfen, ob eine echte und vollständige DU-Klausel drin ist.
- Noch keine? Klär zuerst deine Gesundheitsfragen anhand der Krankenakte, am besten vor der amtsärztlichen Untersuchung.
- Dann Rentenhöhe, Laufzeit und Klausel passend zu deinem Status festlegen und erst danach den Antrag stellen.
Was bedeutet Dienstunfähigkeit?
Dienstunfähig bist du, wenn dein Dienstherr feststellt, dass du deine Dienstpflichten aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst. Das ist ein Verwaltungsakt, keine ärztliche Diagnose.
Allgemeine Dienstunfähigkeit
Du kannst die Pflichten deines Amtes wegen deines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr erfüllen. Als dienstunfähig kann auch gelten, wer innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und bei dem keine Aussicht besteht, dass er in weiteren sechs Monaten wieder voll dienstfähig wird.
Spezielle Dienstunfähigkeit
Für Polizei, Justizvollzug oder Feuerwehr gelten strengere Anforderungen. Wer den Vollzugsdienst nicht mehr leisten kann, ist speziell dienstunfähig, auch wenn er am Schreibtisch noch arbeiten könnte. Mehr: DU-Versicherung für Polizei
Teildienstunfähigkeit
Schaffst du noch mindestens die Hälfte deiner Arbeitszeit, kann der Dienstherr dich statt in den Ruhestand in die begrenzte Dienstfähigkeit schicken. Das Gehalt sinkt dann. Mehr: Teildienstunfähigkeit
Der Dienstherr entscheidet
Grundlage ist meist ein amtsärztliches Gutachten. Vorher prüft der Dienstherr, ob du in einem anderen Amt weiterverwendet werden kannst. Erst wenn das nicht geht, folgt Entlassung oder Ruhestand.
Was passiert bei Dienstunfähigkeit, je nach Beamtenstatus?
Die Folgen hängen fast komplett davon ab, wie weit du in deiner Laufbahn bist. Ein Ruhegehalt gibt es grundsätzlich erst als Beamter auf Lebenszeit nach einer Mindestdienstzeit.
Nachversicherung klingt besser, als sie ist
Aus der gesetzlichen Rente gibt es eine Erwerbsminderungsrente nur, wenn du in keinem Job mehr drei bzw. sechs Stunden am Tag arbeiten kannst. Dienstunfähig für den Schuldienst heißt das noch lange nicht.
Auch auf Lebenszeit bleibt eine Lücke
Wer nach wenigen Dienstjahren dienstunfähig wird, bekommt meist nur die Mindestversorgung. Wie sich das Ruhegehalt berechnet: Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit
Vereinfachte Darstellung nach Bundesrecht. Die Länder regeln Details abweichend.
| Beamtenstatus | Folge bei Dienstunfähigkeit | Was du dann bekommst |
|---|---|---|
| Beamter auf Widerruf (Anwärter, Referendar) | Entlassung | Kein Ruhegehalt, Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung |
| Beamter auf Probe | In der Regel Entlassung, bei Dienstunfall Ruhestand | Ohne Dienstunfall kein Ruhegehalt, Nachversicherung in der gesetzlichen Rente |
| Lebenszeit, Wartezeit von 5 Jahren nicht erfüllt | Entlassung, bei Dienstunfall Ruhestand | Ohne Dienstunfall kein Ruhegehalt, Nachversicherung in der gesetzlichen Rente |
| Lebenszeit, Wartezeit erfüllt | Versetzung in den Ruhestand | Ruhegehalt, anfangs oft nur die Mindestversorgung |
Was ist der Unterschied zwischen BU und DU?
Berufsunfähig heißt: Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate zu mindestens 50 % nicht ausüben. Dienstunfähig heißt: Dein Dienstherr stellt fest, dass du deine Dienstpflichten nicht mehr erfüllen kannst.
Zwei Prüfungen, zwei Maßstäbe
Ohne DU-Klausel prüft der Versicherer nach seinen eigenen BU-Bedingungen. Das Ergebnis kann ein anderes sein als das des Dienstherrn. Im schlimmsten Fall bist du entlassen und bekommst trotzdem keine Rente.
Die DU-Klausel verbindet beides
Sie legt fest, dass die Entscheidung des Dienstherrn auch für den Versicherer zählt. Deshalb ist eine DU-Versicherung technisch meist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit genau dieser Klausel.
Beispiel
Eine Lehrerin kann wegen einer Stimmerkrankung nicht mehr unterrichten und wird in den Ruhestand versetzt. Der Versicherer ohne Klausel sagt: Bürotätigkeit geht noch, Berufsunfähigkeit unter 50 %. Mit echter DU-Klausel zahlt er, weil der Dienstherr entschieden hat.
Für wen ist die DU-Versicherung unverzichtbar?
Für alle Beamten ist sie sinnvoll. Unverzichtbar ist sie dort, wo der Dienstherr im Ernstfall gar nichts zahlt.
Anwärter und Referendare
Beamte auf Widerruf trifft die Lücke am härtesten. Gleichzeitig sind sie jung und meist gesund, der Beitrag ist niedrig. Mehr: Versicherungen für Beamtenanwärter und Referendariat
Beamte auf Probe
Die Probezeit dauert oft mehrere Jahre, und in dieser Zeit gibt es ohne Dienstunfall kein Ruhegehalt. Mehr: Beamter auf Probe
Junge Beamte auf Lebenszeit
Die Mindestversorgung reicht selten für Miete, Familie und Kredit. Die DU-Rente füllt die Lücke, bis die Pension durch Dienstjahre wächst.
Lehrkräfte, Polizei, Feuerwehr
Hohe psychische oder körperliche Belastung, bei Polizei und Feuerwehr zusätzlich die spezielle Dienstunfähigkeit. Mehr: DU-Versicherung für Lehrer
Kostenlose BU-Checkliste: 12 Fragen an deinen Vertrag
Zur kostenlosen Checkliste →Wie funktioniert die Dienstunfähigkeitsversicherung?
Du zahlst einen monatlichen Beitrag. Wirst du dienstunfähig oder berufsunfähig, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente bis zum Ende der Leistungsdauer.
Zwei Wege zur Leistung
Entweder über die DU-Klausel, also die Entscheidung des Dienstherrn. Oder über die normale BU-Prüfung, falls du zum Beispiel den Dienst verlässt und in einen anderen Beruf wechselst.
Beitragsbefreiung
Im Leistungsfall musst du keine Beiträge mehr zahlen. Der Schutz bleibt trotzdem bestehen.
Rentenhöhe
Die DU-Rente soll die Lücke zwischen deinem Netto und dem schließen, was du im Ernstfall vom Dienstherrn bekommst. Bei Anwärtern ist das fast das ganze Netto, bei Beamten auf Lebenszeit der Abstand zur Pension.
Beamte zahlen die Krankenversicherung weiter selbst
Auch dienstunfähig brauchst du deine private Krankenversicherung. Wirst du entlassen, entfällt die Beihilfe. Das gehört in die Rentenhöhe hinein. Mehr: PKV für Beamte
Welche DU-Klauseln gibt es?
Die Klausel ist der Kern des Vertrags. Zwei Fragen entscheiden: Folgt der Versicherer dem Dienstherrn? Und für welche Beamtenstatus gilt das?
Echte DU-Klausel
Der Versicherer erkennt die Entscheidung des Dienstherrn an und zahlt, ohne selbst noch einmal zu prüfen. Das ist die Variante, die du willst.
Unechte DU-Klausel
Der Versicherer prüft trotz Entscheidung des Dienstherrn nach eigenen Maßstäben. Damit bist du fast so gestellt wie mit einer normalen BU.
Vollständige DU-Klausel
Sie gilt für Beamte auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit, und sie greift sowohl bei Versetzung in den Ruhestand als auch bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit.
Unvollständige DU-Klausel
Sie greift zum Beispiel nur bei Beamten auf Lebenszeit oder nur bei Versetzung in den Ruhestand. Genau die Entlassung, die Anwärtern und Beamten auf Probe droht, ist dann nicht abgedeckt.
Spezielle Dienstunfähigkeit
Für Vollzugsdienste ein eigener Baustein: Leistung schon, wenn du nur für den Vollzugsdienst untauglich bist. Mehr: Die Dienstunfähigkeitsklausel
💡 Tipp: Lies in deinem Vertrag nach, ob das Wort „Entlassung“ vorkommt und ob Beamte auf Widerruf und auf Probe ausdrücklich genannt sind. Fehlt beides, ist die Klausel wahrscheinlich unvollständig.
Voraussetzungen, Beitrag und Laufzeit: worauf kommt es an?
Eine DU-Versicherung bekommst du nur mit Gesundheitsprüfung. Beitrag und Annahme hängen von wenigen, aber harten Faktoren ab.
Gesundheitsfragen
Sie entscheiden über Annahme, Zuschlag oder Ausschluss. Wir klären die Gesundheitsfragen vor jedem Antrag gemeinsam und in Ruhe, anhand der Krankenakte. Vorlage dafür: Auskunft Krankenkasse
Beitrag
Er hängt ab von Alter, Gesundheit, Laufbahn und Tätigkeit, Rentenhöhe und Laufzeit. Vollzugsdienste zahlen wegen der speziellen Dienstunfähigkeit meist mehr als Verwaltungsbeamte.
Laufzeit
Bis zur Altersgrenze deiner Laufbahn. Bei Vollzugsdiensten gelten oft besondere, frühere Altersgrenzen, daran sollte sich der Vertrag orientieren. Mehr: BU-Laufzeit
Nachversicherung
Achte auf die Möglichkeit, die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen, etwa bei Verbeamtung auf Lebenszeit, Heirat oder Kind.
Kann man die DU-Rente später reduzieren?
Ja, meist schon. Mit jedem Dienstjahr wächst dein Ruhegehaltsanspruch, die Lücke wird kleiner, und damit auch die Rente, die du wirklich brauchst.
Herabsetzen ist in der Regel möglich
Viele Verträge erlauben es, die versicherte Rente später zu senken. Der Beitrag sinkt dann mit. Wie genau, steht in deinen Bedingungen.
Wieder erhöhen ist schwieriger
Wer reduziert, bekommt die höhere Rente meist nur mit neuer Gesundheitsprüfung zurück. Deshalb nicht vorschnell kürzen.
Verträge mit sinkender Rente
Manche Konzepte sehen von Anfang an vor, dass die DU-Rente mit den Dienstjahren kleiner wird. Das spart Beitrag, passt aber nur, wenn deine Laufbahn planbar ist.
Beispiel
Mit 28 auf Probe brauchst du fast dein ganzes Netto als DU-Rente. Mit 45 und 17 Dienstjahren auf Lebenszeit ist die Pension deutlich höher. Dann kann eine niedrigere Rente reichen. Zum Nachrechnen: Beamtenpension-Tabelle
Kann ich die DU-Versicherung kündigen oder umwandeln?
Kündigen geht jederzeit, ist aber selten die beste Idee. Meist gibt es bessere Wege.
Nie ohne Ersatz kündigen
Wenn du wechseln willst: Annahme des neuen Vertrags immer vor der Kündigung des alten. Mit jedem Jahr und jeder Diagnose wird ein neuer Vertrag teurer oder unmöglich.
Du verlässt den Beamtendienst
Die DU-Klausel wird dann meist bedeutungslos, der BU-Schutz bleibt aber bestehen. Prüfe, ob dein Vertrag die neue Tätigkeit sauber abdeckt, statt ihn zu kündigen.
Beitrag zu hoch
Statt kündigen: Rente herabsetzen oder, je nach Vertrag, Beiträge zeitweise stunden. Mehr: BU kündigen oder beitragsfrei stellen
Was sollten Beamte außer der DU noch absichern?
Die DU-Versicherung ist der wichtigste Baustein, aber nicht der einzige.
Krankenversicherung
Beihilfe plus private Restkostenversicherung. Faustregel für die Beihilfe: 50 % für dich, 70 % ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern, 80 % für Kinder, je nach Land abweichend. Mehr: Beihilfe
Diensthaftpflicht
Bei grober Fahrlässigkeit kann dein Dienstherr dich in Regress nehmen. Mehr: Diensthaftpflichtversicherung
Überblick nach Laufbahnphase
Was in welcher Phase zählt, findest du auf der Übersicht für Beamte.
Fazit: Brauchst du eine Dienstunfähigkeitsversicherung?
Wenn du Beamter auf Widerruf oder auf Probe bist: ja, ziemlich sicher. Auf Lebenszeit hängt es davon ab, wie weit deine Pension schon gewachsen ist.
Die Klausel entscheidet
Echt und vollständig, bei Vollzugsdiensten mit spezieller Dienstunfähigkeit. Alles andere ist im Ernstfall eine Wette.
Früh anfangen
Jünger und gesünder heißt günstiger und leichter angenommen. Am besten zum Start der Laufbahn.
Bestehenden Vertrag erst prüfen
Du hast schon eine BU? Dann schau ich mir an, ob sie für dich als Beamten taugt. Und ich sage dir auch, wenn dein Vertrag gut ist. Erst prüfen, dann entscheiden.
Häufig gestellte Fragen: Dienstunfähigkeitsversicherung
Was ist der Unterschied zwischen BU und DU?
Berufsunfähig bist du nach den Bedingungen des Versicherers, dienstunfähig nach Feststellung deines Dienstherrn. Ohne DU-Klausel kann der Versicherer anders entscheiden als der Dienstherr.
Bekomme ich als Anwärter Ruhegehalt, wenn ich dienstunfähig werde?
Nein. Beamte auf Widerruf werden entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Nur nach einem Dienstunfall gibt es zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag. Genau deshalb ist die DU-Versicherung in dieser Phase am wichtigsten.
Was ist eine echte Dienstunfähigkeitsklausel?
Bei einer echten Klausel folgt der Versicherer der Entscheidung des Dienstherrn und zahlt, ohne selbst noch einmal zu prüfen. Bei einer unechten prüft er nach eigenen Maßstäben.
Ab wann bekommen Beamte Ruhegehalt?
Grundsätzlich als Beamter auf Lebenszeit nach einer Wartezeit von fünf Jahren Dienstzeit. Bei einem Dienstunfall gilt das schon früher.
Wie hoch sollte die DU-Rente sein?
So hoch, dass sie die Lücke zwischen deinem Netto und dem schließt, was du im Ernstfall vom Dienstherrn bekommst, inklusive der Kosten für die private Krankenversicherung.
Brauchen Polizisten eine spezielle DU-Klausel?
Ja. Wer nur den Vollzugsdienst nicht mehr leisten kann, ist speziell dienstunfähig. Das deckt nur eine Klausel mit spezieller Dienstunfähigkeit ab.
Kann ich meine DU-Versicherung später anpassen?
Meist lässt sich die Rente herabsetzen, wenn die Pension wächst. Wieder erhöhen geht in der Regel nur über eine Nachversicherungsmöglichkeit oder mit neuer Gesundheitsprüfung.
Alles zu: Dienstunfähigkeitsversicherung
Für wen
Besondere Situationen
Begriffe einfach erklärt